
Bildsprache in der Psychotherapie
Assoziationen, Symbolik, Allegorien, Archetypen, Traumbilder, das kollektive Unbewusste u. ä. sind mit Psychotherapie eng verknüpfte Begriffe.
Bilder erklären oft einfacher als Worte bestimmte Zusammenhänge, wie beispielsweise die (empfundene) Art der Beziehungen zwischen Menschen oder stellen bildhaft Gefühle von Menschen (internal und external) dar und können Erlebtes für andere Menschen nachfühlbar beschreiben. Sie können assoziative Gedanken und Gefühle erzeugen.
Die Arbeit am Systembrett ist nur ein Beispiel dafür, wie therapeutische Methodik bildhaft eingesetzt werden kann: hier um dysfunktionale Systeme darzustellen und in den erwünschten Zustand zu verwandeln. Bei Sigmund Freud war es die Traumdeutung, die einen Zugang zum Unbewussten ermöglicht, bei C. G. Jung zeigten zwölf Archetypen aus dem kollektiven Unbewussten Persönlichkeitstypen und daraus resultierende Verhaltensmuster auf.
In der moderneren Psychotherapie nutzt man häufig Bildkarten, um Klienten eine Brücke aus der Sprachlosigkeit zu geben: Klienten wählen jeweils eines aus vielen Bildern, welches sie persönlich anspricht und können anhand des Bildes Worte zur Beschreibung des eigenen Zustands finden. Die Bilder symbolisieren etwas, z.B. Isolation, Ruhe, Trauer, Liebe, Geborgenheit …
Das Bild rührt die Klienten z.B. an, weil sie sich aktuell vielleicht in dem symbolisierten, bildhaft gezeigten Zustand befinden und sich darin verfangen fühlen oder aber weil das Bild ein tiefes Bedürfnis darstellt, einen Zustand, den sie für sich (oft schon lange) ersehnen und nicht erreichen können.

Die vier Symbole im Logo
Die Symbole Yin und Yang, die Teile Yin und Yang trennende (oder verbindende?) Schlange, den Vogel im Flug und den griechischen Buchstaben Psi (Ψ) wurden zu meinem Logo fusioniert. Warum?
Yin und Yang
Jede Seele, eines jeden Geist vermute ich, hat Anteile von Yin und Yang / Licht und Schatten / im Okzident: Gut und Böse / das Bewusstsein und das Unbewusste. Im Yin und Yang-Symbol ist im dunklen Teil ein Licht, im hellen Teil Dunkelheit enthalten. Aus meiner Lebenserfahrung heraus zeigt dies eine tiefe Wahrheit. Assoziieren könnte man auch „ein Licht am Ende des Tunnels“ oder aber „eine stärkende Kraft aus erfahrenem Leid“ zum dunklen Teil.
Der dunkle Fleck im hellen Teil des Yin und Yangs könnte stehen für „Bigotterie oder „böse Taten“ in einem ansonsten „vorbildhaft-idealen Leben“, ein „dunkler Fleck aus der Vergangenheit“, der das harmonisch-heitere (Selbst-)Bild stört“, „dunkle, destruktive Gedanken, obgleich man Gutes tut, kreativ ist“, „unbeabsichtigt negative Auswirkungen guter Taten“ o. a.
Die Schlange
Die Schlange steht in der Symbolik unterschiedlicher Kulturen für sehr unterschiedliche, positiv wie negativ konnotierte Eigenschaften oder Fähigkeiten. Im Schamanismus steht die Schlange symbolisch für Transformation und Wandel, ist ein Krafttier. Durch Häutung kann sie sich aus alten Mustern befreien und sie steht für Wiederherstellung und Heilung. Sie steht als Bindeglied zwischen der physischen und spirituellen Welt.
In der Psychologie richtet sich die Bedeutung der Schlange stark nach individueller Erfahrung bzw. dem Kontext. Neben Erneuerung und Transformation spiegelt sie verborgene Emotionen, Instinkte und Ängste. So assoziiere ich die Schlange im Logo als Bindeglied zwischen Bewusstsein und Unbewusstem bzw. Bindeglied zwischen der „Realität“ und der „Spiritualität“, als Wächterin des Unbewussten, als Revierverteidigerin, als interne Ratgeberin etc.
Der Vogel im Flug
Der Vogel steht häufig als Symbol für Freiheit, für Gedankenfreiheit, innere Klarheit und Kommunikation. Er gilt als Bote zwischen den Menschen und der spirituellen Welt.
Bei den alten Kelten standen Raben und Krähen für den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt. Eulen gelten in mehreren Kulturen als Boten des Todes, aber sie stehen auch für Weisheit. Die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel ist ein Symbol für Frieden, zwei turtelnde Täubchen für die Liebe.
Der Vogel im Flug im Logo symbolisiert für mich Veränderung.
Das Nest oder „die Fesseln der Erdgebundenheit“ zu verlassen und sich Überblick zu verschaffen, sich aufschwingen zu neuen Zielen, seine Fähigkeit zu fliegen nutzen, um frei zu werden (von Belastungen, Eingrenzung durch andere Menschen oder Situationen, Schuldgefühlen …), die eigene Phantasie und Kreativität für sich und Konstruktives für den eigenen Weg „erschwinglich“ zu machen.
Durch den gewonnenen Abstand die Perspektive zu wechseln.
Vom realistischen Denken in die eigene Spiritualität zu gelangen: die Sinnhaftigkeit des Lebens wieder zu spüren, die eigene Kraft.
Zu genießen, dass der Wind einen trägt, dass alltägliche Lasten und irgendwann auch belastende Erfahrungen ihre Wichtigkeit verlieren und sich Genuss am Leben gönnen zu lernen. Überhaupt: etwas hinter sich lassen können, neue Eindrücke gewinnen etc.
Das Psi-Symbol
Das Psi (griechischer Buchstabe) wird in der Psychologie symbolisch für die Psyche verwendet. Psyche bedeutete ursprünglich Atem, Hauch, Leben, Seele, Geist oder Gemüt.
Im Logo dient die Psyche (symbolisiert durch das Psi), unsere Seele dazu, die bewusste und unbewusste Welt (Yin und Yang) zu tragen (wie der Held Atlas, der die Erdkugel stemmen musste).

Bedeutung des Praxisnamens
Die Schlange und der Vogel stehen gelegentlich feindlich zueinander, zeigen unsere inneren Konflikte und Ambivalenzen. Sie sind jedoch Krafttiere (die Schlange als weise Ratgeberin, die unsere Grenzen verteidigt und uns nach außen wie nach innen schützt und der fliegende Vogel, der uns durch seine Perspektive anders auf unsere Probleme sehen lässt, uns von Belastungen und Zwängen befreit, uns für Veränderungen den Weg weist und die Sinnhaftigkeit unseres Lebens erkennen lässt) und verbinden sichtbare und unsichtbare Welten für uns, schaffen Bewusstsein und begleiten uns im Kreislauf von Leben, Tod und ggf. Wiedergeburt.
Der Name Bewussts1Praxis zeichnet für das Unbewusste an Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen etc., das im Rahmen der Systemischen Therapie ins Bewusstsein geholt wird.

Spiel mit der Angst
SPIEL MIT DER ANGST
Bild: https://pixabay.com/de/vectors/furcht-angst-depression-frau-6562668/ von Mohamed_hassan
Politik, Unterhaltung, Wirtschaft: alle betreiben mehr oder weniger das Spiel mit der Angst.
Rechtsgerichtete Parteien predigen mehr Kontrolle und Sicherheit für den Staat und seine Bürger (meist sind damit nur die von ihnen anerkannten Bürger gemeint, nicht die Gesamtbevölkerung).
Die Medien verkaufen ihre Sendungen und Beiträge mit „Sex and Crime“: in geschützter Umgebung den Reiz des Verbotenen zu empfinden, die eigene Wut durch Selbstjustiz anderer zu kompensieren, zu sehen, wie „gut“ man selbst ist und wie „schlecht“ die Welt etc.: angeblich können nur so die Zuschauerzahlen konstant hochgehalten werden und es wird unbewusst das Gefühl ausgelöst: wir können uns nur Zuhause sicher fühlen. Sobald wir das Haus verlassen, drohen Gefahren für Leib, Leben, Eigentum.
Die Wirtschaft verspricht uns Wohlbefinden durch Sicherheit: finanziell, versorgungstechnisch, beim Schutz unserer Daten, gesundheitlich, durch eigene vier Wände etc.
Also bleibt man besser daheim und wenn man sich doch hinauswagt, kann man sich durch das Handy ablenken, um mit der feindlichen Umwelt nicht in Kontakt oder gar ins Gespräch kommen zu müssen.
Nun, so werden also Ängste geschürt.
Wenn Ängste sich manifestieren, chronisch werden, spricht man von Angststörungen.
Angststörungen sind - mit steigender Tendenz - häufig vorkommende psychische Erkrankungen. Etwa 15 % der deutschen Bevölkerung leiden pro Jahr unter Angststörungen. Auf die Lebenszeit betrachtet können bis zu 29 % der Bevölkerung vom Auftreten einer Angststörung betroffen sein. Wohlgemerkt geht es hierbei um diagnostizierte Erkrankungen, nicht generell um Ängste, von denen wohl fast jeder Mensch im Verlauf seines Lebens von Zeit zu Zeit betroffen ist.
Eine kurze Entwicklungsgeschichte der Angst
Man weiß, dass evolutionsbiologisch Angst sinnvoll war und in manchen Fällen heute noch ist. Man kommt in eine Situation, wo etwas Neues oder etwas Bekanntes bedrohlich wirkt. Das Gehirn signalisiert dem Körper: Gefahr!!!, bevor das Denken und das Bewusstsein überhaupt etwas realisiert hat. Die Angst kommt, wenn das Denken einsetzt und Gefahren und Bewältigungsmöglichkeiten gegeneinander abgewogen werden ohne befriedigendes Resultat.
Damals, zu Beginn der Menschheit, waren die Ängste meist sehr konkret und so prägten sich die drei bekannten Gefahrenreaktionen der gesamten Menschheit bis heute ein: kämpfen, sofern man Aussicht auf Erfolg hat, fliehen, sofern oder solange es möglich ist oder sich totstellen, um An- oder Übergriffe zu vermeiden.
Mit der Zunahme der Komplexität des menschlichen Daseins: durch Traditionen, Kulturen, Religionen, Handwerk, Technik, Moden, Industrialisierung, Medien, Trends etc. sind die drei o. g. Strategien im Umgang mit Ängsten bei weitem nicht mehr hinreichend.
Zu den realen Gefahren, die seit Beginn der Menschheit wirksam waren, kamen im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende weitere reale, aber auch sehr viel mehr diffuse, unbestimmte Gefahren, die Angst erzeugen können. In den genannten Bereichen wird mit diesen Ängsten gespielt, meist, um irgendetwas, sei es eine Ideologie, zu „verkaufen“. Mit Hilfe der Massenmedien werden diese Ängste gestreut und verbreitet. Und dies System funktioniert.
Unterscheidung reale Ängste vs. Diffuse Ängste
Im Alter von 14 Jahren trampte ich nach einem überregionalen Schülerzeitungstreffen in einer 60 km entfernten Stadt zusammen mit einem Freund, der ebenfalls daran teilgenommen hatte, zurück. Der Freund wohnte in einem Ort zwischen den beiden Städten und war also vor mir Zuhause. Noch ca. 20 km vom Zielort entfernt, die Abenddämmerung begann bereits, bemerkte ich, dass ein Auto einen defekten Scheinwerfer vorbeigefahren war. Vermutlich genau dieses Fahrzeug, jedenfalls ebenfalls eines mit defektem Scheinwerfer, kam nach etwa 10 Minuten (erneut?) und hielt an. Ich hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, hatte aber meiner Mutter versprochen, 19:30 Uhr Zuhause zu sein. So stieg ich in den Wagen.
Der Fahrer drehte das Radio an. Er fragte, ob mich die Musik störe. Ich verneinte. Er hatte eine eigenartige Stimme: etwas heiser, sprach leise, war ansonsten wortkarg. Kurz vor Landshut, meinem Wohnort, sprach er davon, eine Abkürzung zu nehmen, da jetzt in der Hauptverkehrszeit mit Staus zu rechnen sei und bog von der Bundesstraße in eine mir nicht bekannte Abfahrt ab. Es war inzwischen fast dunkel. Mir war zunehmend unheimlich und ich wunderte mich etwas darüber, dass er von Hauptverkehrszeit und Staus gesprochen hatte, denn um 19 Uhr, der aktuellen Zeit, war in Landshut nichts mehr los auf den Straßen. Ich fühlte mich unwohl neben diesem Fremden.
Die Abzweigung endete in einem Feld. Auf dem Feld befand sich ein Brückenpfeiler, der noch an keine Straße angeschlossen war. Der eine Autoscheinwerfer beleuchtete ihn direkt und man sah, dass diese Fläche mit einer Art Teerfarbe schwarz angestrichen war. Der Fahrer sagte: er halte an, weil er kurz pinkeln müsse und hielt.
Innerhalb von 1-2 Sekunden löste er seinen Gurt, warf sich auf mich, die völlig unattraktiv mit einem Parka in militärgrün, einem viel zu großen Männerhemd und einer Jeans bekleidet war und stellte meinen Sitz per Knopfdruck um in die Liegeposition.
Todesangst überkam mich. Niemand wusste, wo ich war, mit wem ich war und hier würde auch auf laute Schreie keine Hilfe kommen. Wird er mich umbringen, nachdem er sich an mir vergangen hat?
Meine Arme hatte ich schützend zwischen meinem Oberkörper und dem des Mannes an mich gedrückt, um zu verhindern, dass er den Reißverschluss meines Parkas öffnet, was er gerade versuchte. Die Angst zwang mich, darauf los zu reden, ununterbrochen: dass ich kein Geld für ein Ticket hatte, ob er keine Frau habe, … Ich redete gefühlt etwa 15 Minuten ohne Pause auf ihn ein, der zum Glück mit dem Öffnen des Parkas noch immer Probleme hatte, bis er von mir abließ, die Autotür auf meiner Seite öffnete und völlig aggressiv schrie: Rrrraus! Ich sagte noch: halt, mein Schlafsack, griff mir diesen und rannte etwa zwanzig Minuten ununterbrochen, bis ich an eine Bushaltestelle gelangte. Erst als der Bus angekommen und ich eingestiegen war, löste sich die Todesangst in Schmerz, Traurigkeit und Schuldgefühle auf.
Diese konkrete Angst half mir, lebend und physisch unbeschadet aus einer echten Gefahrensituation zu entkommen. Hätte ich nicht den Druck gehabt, pünktlich Zuhause zu erscheinen versprochen zu haben, wäre ich vom Bauchgefühl gar nicht erst in den Wagen gestiegen: das war das Signal der Angst, das ich ignoriert hatte.
Als ich etwa 16 Jahre alt war, besuchte ein Versicherungsvertreter meine Mutter. Er sah etwa aus wie der Schlagersänger Rex Gildo: Solarium gebräunt, dicke Goldkette, langes, gepflegtes schwarzes Haar mit Fönfrisur, Anzug, Hemd, Krawatte. Er durfte etwas über dreißig Jahre alt gewesen sein. Meine Mutter hat ihn wohl attraktiv gefunden. Mein Typ war er nicht. Es war etwa wie im Film „Kehraus“ mit Gerhard Polt: der Versicherungsvertreter erzählte ihr von all den Gefahren, denen sie ausgesetzt sei, wenn sie nicht die Versicherung XY abschließe. Ich sagte immer: Mami, die brauchen wir nicht. Die ist nicht nötig. Und meine Mutter unterschrieb an diesem Abend – insgesamt sechs Versicherungsverträge.
Damals bemerkte ich, dass diffuse Angst ein schlechter Ratgeber ist.
Als Psychologin und Systemische Therapeutin fordere ich auf: Spiel mit Deiner Angst!
Angst als andauerndes Gefühl wirkt lähmend, hindert, blockiert und begrenzt Menschen. Doch können wir auf unser Leben, unser Erleben und unsere Gefühle auch Einfluss nehmen. Angst ist nicht per se schlecht: sie ist ein Signal, ein Wegweiser, der uns helfen kann, Gefahren zu erkennen und entsprechend zu reagieren, nur darf die Angst nicht das Steuer übernehmen.
Eine Methode zur symptomatischen Behandlung von Angststörungen aus der Verhaltenstherapie ist die
KONFRONTATION. Kurz dargestellt verläuft eine Konfrontation etwa so: nachdem bestimmte Ängste diagnostiziert wurden, wird eine individuelle Angsthierarchie des Patienten ermittelt und sich mit den Ängsten unterschiedlicher Intensität zuerst kognitiv auseinandergesetzt. Anschließend wird die Notwendigkeit des Aushaltens der Angst vermittelt und der Patient motiviert, sich dieser Aufgabe zu stellen. Ob alleine oder in Begleitung der Therapeuten soll sich der Patient in eine von ihm normalerweise vermiedene, angsterzeugende Situation begeben und dies eine Weile aushalten. So soll eine gesteuerte und kontrollierte Verhaltensänderung herbeigeführt werden.
In der Systemischen Therapie bespricht man, wie die Angst entstanden ist, welche Funktion die Angst hat, welche Möglichkeiten ausprobiert wurden, der Angst zu entkommen und welche Ressourcen vorhanden sind oder aktiviert werden könnten, um passende, gangbare Lösungen zu finden und damit den Handlungsspielraum und die Handlungsfähigkeit zu erweitern. Dies geschieht oft auf spielerische Art, mit Hilfe der eigenen Phantasie und Kreativität.
Beispiele für Systemische Methodik, die u. a. bei Menschen, die unter Ängsten leiden, angewendet werden könnten:
FUNKTION DER ANGST
Frage Dich: Was habe ich davon, dass ich Angst vor XY habe? Welcher Nutzen fällt bei all dem Leid für mich ab? Gibt es auch positive Aspekte durch meine Angst? Welche Vorteile habe ich durch die Angst?
ALS PARADOXE INTERVENTION: KATHASTROPHISIEREN
Was passiert mit meinem Leben, wenn alle Ängste real werden? Mal Dir das Worst Case Scenario in den dunkelsten Farben mit all Deiner Phantasie aus.
Im Anschluss findet ein Abgleich mit der Realität statt, alternative Abläufe können gefunden werden, Bedrohliches kann relativiert werden etc.
REFRAMING
Neuinterpretation von angstauslösenden Situationen: Wechsle die Perspektive: Überlege Dir, ob beispielsweise hinter dem in Dir angstauslösenden Gebaren einer Person vielleicht etwas anderes stecken könnte: dass z.B. eine Dir entgegengebrachte Aggression eigentlich gar nicht Dir gilt, sondern z.B. dem Berufsalltag der Person geschuldet ist und wenn das so wäre, wie Du Dich angemessen und weniger ängstlich der Person gegenübertreten kannst.
WUNDERFRAGE
Stelle Dir vor: Wenn heute Nacht, während ich schlafe, eine gute Fee käme und mir alle Ängste einfach weggenommen hätte, ich völlig frei von Angst wäre: was wäre anders? Wie sähe mein Leben dann aus? Was würde ich tun, woran mich die Angst gehindert hat? Was steht dem entgegen und wie kann ich das ändern? Was könnte ich tun, dass die Vorstellung dieser Phantasie realer wird?
Und die Systemische Therapie hat noch einige weitere Instrumente, Ängste zu begreifen und in den Griff zu bekommen.
Auch hier stehen am Ende oder zwischendrin Übungen bzw. Anwendungen der Erkenntnisse aus der Systemischen Therapie im Alltag. Aber eben nach einer tiefer gehenden Selbstreflektion, einer Realitätsprüfung, einem Umdenken, einer Erkundung der Ressourcen, dem Auffinden neuer Lösungswege und Schaffung erweiterter Handlungsspielräume.
Umgang mit realen Ängsten heute
Wie Eingangs angeschnitten sind Ängste gerade aktuell mit all den bedrohlichen Nachrichten (von denen man eigentlich weiß, dass die berichteten nur die Spitze des Eisbergs sind) über Verbrechen, Diktatoren, dem neu erstarkenden Faschismus, Kriege, Klimawandel etc. und die empfundene Untätigkeit oder Machtlosigkeit der Mächtigen berechtigt.
Aber Aufgeben ist keine Option. Sicherlich hat man als Einzelner nicht die finanziellen Mittel der Wirtschaft, die machtpolitischen Mittel der Politik o. ä., dennoch können Individuen, vor allem wenn sie sich zusammentun und solidarisch handeln, auch große Veränderungen herbeiführen.
Und es ist nicht nötig, selbst so ein Wegbereiter zu sein. Doch man kann diejenigen, die konstruktive, kreative, das Leben für alle Lebewesen verbessernde, unsere Lebensgrundlage: unseren Planeten schützende und die Freude daran fördernde, liebevolle Menschen dabei unterstützen, die Veränderungen gemeinsam herbeiführen zu können.
Seht die Angst als Signal, dass Veränderungen nötig sind und nutzt bei der Umsetzung Eure Phantasie und Kreativität, Euer ureigenstes Gefühl für „Gut und Böse“, ggf. zivilen Ungehorsam, etwas Galgenhumor, Eure Freude am und Eure Liebe zum Leben – nicht nur zu Eurem eigenen, sondern zum Wohl aller Lebewesen. Aus psychologischer Sicht wird das als Selbstwirksamkeit bezeichnet und ist sehr gesund!
Davoser Str. 8A
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Telefon: 030 / 23 25 63 35 oder 015568 - 37 85 22
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